Lebenswege Pulheimer Frauen
PULHEIM. Am Ende war es ein richtig großes Fest geworden. Das Foyer des Pulheimer Rathauses konnte die zahlreichen Besucher zur Vorstellung des Buches „Lebenswege - Pulheimer Frauen gestern und heute kaum noch fassen. Pünktlich zum Internationalen Frauentag war es fertig geworden, das Buch über alle eindrucksvollen Frauen Pulheims mit Geschichten aus der noch jungen Stadtgeschichte.
Das äußere Erscheinungsbild des Buches ist schlicht, auch der Titel könnte peppiger sein. Doch es ist der Inhalt, der das Buch am ersten Abend weggehen ließ wie geschnitten Brot. Groß war die Neugier auf all die Porträts, groß aber auch der Stolz vieler Bürgerinnen und Bürger über dieses Werk aus ihrer Mitte heraus.
Schließlich sind die Urheber und Autorinnen des Bandes keine Profischreiberinnen, sondern haben sich in einer Projektgruppe zusammengefunden. Die Idee zu diesem Buch war aus dem Frauenbeirat heraus entstanden. Zwei Jahre haben die Frauen unter der Federführung der Gleichstellungsbeauftragten Ulrike Liebau an dem Werk gearbeitet. Zuletzt wurde, wie so oft bei großen Projekten, die Zeit knapp. Doch als im Dezember alle entscheidenden Beiträge vorlagen, war man sich sicher, dass der 140 Seiten starke Band pünktlich zum Frauentag veröffentlicht werden konnte.
Gleichzeitig mit der Buchveröffentlichung wurde im Rathausfoyer eine kleine, attraktiv gestaltete Ausstellung mit prächtigen Bild- und Texttafeln zur Buchveröffentlichung eröffnet. Allein unter Frauen, zumindest was die Redeliste betraf, pries Bürgermeister Karl August Morisse die Arbeit als „ein Stück Sozialgeschichte der Stadt“ und begrüßte, dass „auf eine Rangordnung zwischen historisch Wichtigem und Unwichtigem bewusst verzichtet wurde“.
Die neue Vorsitzender des Frauenbeirates, Maria Schmitz, erinnerte in ihrer Ansprache an die Geschichte des Internationalen Frauentages, der aus der blutigen Tragödie eines Arbeitskampfes von Frauen in den USA entstanden ist, von den Nazis verboten und durch den „Muttertag“ ersetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Frauentag zunächst in der DDR, Ende der 60er Jahre auch in der Bundesrepublik zum Gedenktag.
Das Buch „Lebenswege - Pulheimer Frauen gestern und heute“, mit 30 Beiträgen und über 60 Abbildungen ist zum Preis von 9 Euro in der Gleichstellungsstelle, Telefon (0 22 38) 80 82 27 und im Stadtarchiv, Telefon (0 22 38) 80 82 25 erhältlich.

© Dieter Wolf, Kölnische Rundschau vom 11.03.2005 (Artikel dort lesen)


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